HNA Watchblog: Am Ende des seriösen Journalismus?

20.10.09

HNA Online 20.10.2009: Uni am Ende ihrer Kapazität, AStA sagt „läuft“
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HNA Online 20.10.2009: Uni am Ende ihrer Kapazität, AStA sagt „läuft“
Foto: rb
Kassel (rb) – Die große regionale Tageszeitung titelte heute, dass die Universität Kassel „am Ende ihrer Kapazität“ sei und steuerte für den Artikel u.a. ein merkwürdiges Zitat der AStA-Vorsitzenden bei. Eine kurze Rückfrage im AStA brachte zu Tage, wie das Zitat in die „Zeitung“ kam – und untermauert damit leider den Eindruck über das Blatt, den bereits frühere AStA-Referenten gewannen.

Die Universität Kassel kann sich dieser Tage sowohl über einen Erstsemesterrekord als auch einen neuen Rekord der Gesamtzahl an Studierenden freuen – und muss gleichzeitig zusehen, wie sie die über 19.000 Studierende in den Hörsälen und Seminarräumen unterbringt. Die große regionale Tageszeitung sieht die Hochschule „am Ende ihrer Kapazität“, während die AStA-Vorsitzende in der „Zeitung“ angeblich beschwichtige, sinngemäß „das läuft aber auch“. Irritiert dürfte der Leser aufmerken, dass der AStA doch eigentlich die Interessenvertretung der Studierenden sei!

Das ist korrekt. Korrekt ist allerdings nicht, dass das gedruckte Zitat tatsächlich die Meinung der AStA-Vorsitzenden zum vollen Campus darstelle. Ein persönliches Gespräch mit ihr brachte heute die Umstände zu Tage, unter denen die Autorin Beate Eder möglicherweise in die Fußstapfen des mutmaßlichen „Juso-Hassers“ Peter Ketteritzsch (mehr dazu unten) trat: Während des Telefoninterviews, was die HNA gestern führte, obwohl gleichzeitig eine AStA-Sitzung standfand, sind wohl neben diesem Satz noch andere Punkte angesprochen worden, wobei die zitierte Aussage in der Form nicht gemeint war. Von den anderen interviewten Themen hat die Autorin allerdings lediglich diesen einen Satz ausgewählt, der den AStA in ein schlechtes Licht rückt. Für eine Rücksprache seitens des AStA war Frau Eder heute nicht erreichbar, wie mir mitgeteilt wurde.

Und hier schließt sich der Kreis zu früheren ASten, die hinter vorgehaltener Hand mehrmals die negative Presse der HNA beklagt hatten und mutmaßten, dass die Journalisten der „Zeitung“ etwas gegen linke Studierende im AStA, in Kassel insbesondere die Jusos, hätten. Ich erinnere mich dabei an einen leider nicht mehr verfügbaren Kommentar des Herrn Ketteritzsch zum Ergebnis der Hochschulwahl 2009.

LINK: HNA- und NH-Watchblog: Fatales Missverständnis?



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Martin schrieb:
21.10.2009, 9:41
Naja
Die HNA hat ja auch schon auf Initiative von Dietmar Bürger (Jusos) Artikel
gegen Nicht-Juso-Asten geschrieben, die nach dem damaligen Eindruck der
Betroffenen nicht fair waren. Vielleicht gab es ja auch einfach eine
Kommunikationspanne zwischen Frau Eder und Frau Hunstock. Hier gleich vom Ende
des seriösen Journalismus zu sprechen finde ich etwas gewagt...
Auf diesen Beitrag antworten
Student schrieb:
21.10.2009, 18:55
Re: Naja
Es ist aber schon komisch, diesen einen Satz auszuwählen. Ich hätte da als
Journalist noch einmal nachgehakt, wie das denn zu verstehen sei. Sollte es
nämlich tatsächlich die Meinung des AStA sein, wäre das ein echter Skandal.
Ansonsten finde ich das Vorgehen der Zeitung auch unseriös.
Auf diesen Beitrag antworten
rb (Nordhessische.de) schrieb:
21.10.2009, 22:02
Re: Naja
Ich weiß ja, dass ich recht strenge Qualitätsmaßstäbe an den Journalismus lege
und ich gebe ebenso zu, dass der Artikel sehr polemisch ist, aber für mich sieht
dieses Zitat kurz vor Ende aus wie „Nachtreten“. Ob das nun stimmt oder einfach
unbedarft war, kann nur die Autorin beantworten – vorstellen kann ich mir
beides. Platz das klarzustellen wäre genug in der Zeitung gewesen.
Auf diesen Beitrag antworten
Martin schrieb:
21.10.2009, 22:09
Re: Naja
Dem würde ich zustimmen. Allerdings kann ich weit und breit nicht erkennen, wo
die HNA aus "Juso-Hass" handeln würde... das halte ich für eine Phantasie.
Auf diesen Beitrag antworten
rb (Nordhessische.de) schrieb:
22.10.2009, 10:48
Re: Naja
Ich dachte eigentlich, dass die Bezeichnung "mutmaßlich" und das Setzen in
Anführungszeichen deutlich machen, dass es sich um ein überspitztes Gerücht
handelt -- dem ist wohl nicht so. Aber wenn wir gerade bei Verschwörungstheorien
sind: Es steht da auch eine angedichtete Abneigung gegen "das rote Monopol" in
Nordhessen im Raum. Für Quellen, die das be- oder widerlegen bin ich jederzeit
gerne dankbar!
Auf diesen Beitrag antworten
beobachter schrieb:
22.10.2009, 13:34
HNA - egal!
Was die HNA schreibt, kann einem egal sein. Die sind seit Jahren nicht mehr als
ausgewogen bzw. seriös zu bezeichnen. Umso wichtiger ist es, die Öffentlichkeit
mal auf die wahren Zustände an der Uni Kassel aufmerksam zu machen. Bitte
übernehmen Sie! Wie wäre es mit einer schönen Bilderserie über Studenten in
Seminaren (wenn sie denn überhaupt einen Platz bekommen), die Zuständen wie in
Legebatterien gleichen? Aussagekräftige Bilder zu bekommen dürfte nicht schwer
sein in Fotohandyzeiten...Viel Spaß - mir ist der an der Uni (fast) vergangen!
Auf diesen Beitrag antworten
Martin, Redaktion Nordhessische.de schrieb:
22.10.2009, 20:20
Re: HNA - egal!
Die Idee ist gut - und sie können sie auch selbst umsetzen! Schicken Sie uns
Fotos... wir sind leider keine Vollzeitredaktion!
Auf diesen Beitrag antworten

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Datum des Ausdrucks: 08.09.2010