HNA-Watchblog: Pure Vernunft muss auch mal siegen
26.02.10
Kassel (ms) - Bei der Berichterstattung über einen zweifachen Kindesmord und anschließenden Suizid hat die HNA nach eigenen Worten "mit Rücksicht auf die Privatsphäre der Hinterbliebenen (...) entschieden, die Berichterstattung nicht weiter auszudehnen". Gut so. Dass die HNA nun doch noch einmal berichtet, liegt an engagierten Nachbarn, die ein Bild gerade rücken wollen.

Die Mutter der Kinder, die sich von dem Vater getrennt hatte, war den Nachbarn zufolge bei der Berichterstattung der HNA zu schlecht weggekommen. In einem eindringlichen und zugleich besonnenen Brief, den die HNA nun sowohl online als auch in der gedruckten Zeitung veröffentlichte, setzten sie sich dafür ein, das Bild der Mutter zu revidieren.
Das zugleich menschliche und vernünftige Handeln der Nachbarn beeindruckt und rührt. Dass die HNA den Brief abdruckt, ist eine gute Entscheidung. Zuletzt war die Berichterstattung über das Verbrechen nicht immer auf Gegenliebe gestoßen: Vor einigen Tagen noch beschwerte sich ein Leser bei Nordhessische.de über die HNA. Er hatte sich daran gestoßen, dass in der Bildergalerie der HNA zu dem Verbrechen auch ein Foto von Blutspuren zu sehen war.
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leser schrieb:
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26.02.2010, 10:00 |
zynisch Es geht nicht nur um pietätlose Bilder. Die Berichterstattung der HNA gleicht in diesem Fall tiefstem Boulevardjournalismus (siehe z.B. der Artikel "Nachbarn sind entsetzt: „Ganz reizende Kinder“" von Herr Thonicke). Diverse Leser formulierten auf den HNA-Online Seiten in Leserkommentaren ihren Unmut über die Berichterstattung der HNA. Folge: die Kommentare wurden von der HNA Online Redaktion gelöscht und die Kommentarfunktion deaktiviert. Und anschliessend stellt man sich in dem aktuellen Bericht so dar, als wolle man "die Privatsphäre der Hinterbliebenen schützen". Das ist sowas von zynisch! Die HNA sah sich wohl auf Druck der Nachbarn (und diverse Leser) dazu genötigt. Dass man nun im Nachhinein die Leserkritik durch das Löschen der Kommentare noch nicht mal mehr nachvollziehen kann, wirft ebenso ein schlechtes Bild auf die HNA. Anscheinend geht es nur noch um Onlineklickzahlen. Darauf ist offensichtlich auch die Neugestaltung des total überfrachteten HNA Onlineauftritts ausgerichtet. Einfach schlecht! |
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