Nordhessen Media: Vielfalt und Kreativität fördern

10.02.09

Kassel (rd) - Der Ende Januar gegründete Verein Nordhessen Media will die lokale Medienlandschaft beleben und öffentliche Debatten anstoßen. "Wir sind unzufrieden mit dem, was wir von den herkömmlichen Medien in Nordhessen geboten bekommen“, sagt der Vorsitzende von Nordhessen Media, Jonas Dörge (46). Diese Haltung sei weit verbreitet.

Relative viele Menschen in Kassel und Nordhessen seien weder mit der Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen (HNA), noch mit den Anzeigenblättern oder der Berichterstattung der elektronischen Medien wirklich glücklich. „Die Leute tun sich aber schwer, aktiv zu werden, weil einfach eine Anlaufstelle fehlt“, sagt Dörge. Das soll sich nun ändern.

Nordhessische Media will Internetzeitung weiterbetreiben

Nordhessen Media will diesen Menschen ab März die Möglichkeit bieten, an der Internetzeitung Nordhessische.de mitzuwirken. „Wir richten eine Redaktion ein, in der Themen diskutiert werden und in journalistische Artikel münden“, sagt der freie Journalist und Geschäftsführer des Vereins, Martin Sehmisch (30). Nordhessen Media habe sich auf die Fahnen geschrieben, Medienkompetenz zu vermitteln. Auch, um Bürgerinnen und Bürgern die Fähigkeit zu geben, die Funktionsweise von Medien zu verstehen. Geplant sind außerdem öffentliche Diskussionsveranstaltungen zu politischen und kulturellen Themen. Ein Beirat soll den Verein beratend unterstützen (siehe unten).

Spenden sollen die Arbeit ermöglichen

Finanziert werden soll die Arbeit zunächst aus Spenden und den Beiträgen von Fördermitgliedern. „Wir werden im März in einer breit angelegten Aktion auf die Menschen zugehen und um Unterstützung bitten“, kündigt Kassierer Jörg-Peter Bayer (46) an. Der Zeitpunkt, aus der Unzufriedenheit heraus auch Farbe zu bekennen, sei jetzt gekommen.

Neben dem Neustart von Nordhessische.de am 2. März soll Anfang April eine erste Veranstaltung stattfinden. Unter dem Titel „Was uns antreibt – Nordhessische Medienmacher im Gespräch“ soll dann in lockerer Lounge-Atmosphäre die Arbeit des Vereins vorgestellt werden. Anschließend können die Besucher mit Vertretern ähnlicher Projekte in Nordhessen ins Gespräch kommen. Der genaue Termin wird demnächst auf www.nordhessen-media.de mitgeteilt.

"Es kommt jetzt auf die Leute an"

Ob der Verein irgendwann neben seiner Bildungsarbeit und der Bürgerredaktion auch eine gedruckte Zeitung herausgeben wird, ist noch unklar. „Uns ist bewusst, dass das eine große Hoffnung von vielen Menschen ist“, sagt Vorsitzender Jonas Dörge. Man könne damit zwar nicht sofort starten, werde diese Perspektive aber im Blick haben. „Letztlich kommt es darauf an, dass die Leute, die das wollen, jetzt mitmachen“, sagt Dörge. „Wir sind dafür die richtige Adresse.“

E-Mail-Kontakt: vorstand (hier bitte ein @ einfügen) nordhessen-media.de

 

Die Gesichter von Nordhessen Media (siehe Foto, v.l.n.r.)

 

Wolfgang Ehle (61, Helsa-Eschenstruth), Beisitzer
Werbe- und PR-Berater im Tourismus-Marketing, Kommunalpolitiker der Grünen, Vorsitzender der Kulturvereinigung Helsa e.V., Grüner Linker.

Robert Bienert (25, Baunatal), Beisitzer
Student an der Universität Kassel, Mitglied des Freien Radio Kassels, Liberaler Kosmopolit, Naturwissenschaftler.

Jonas Dörge (46, Kassel), Vorsitzender
Politologe und Historiker, berufstätig als Angestellter einer Krankenkasse, dort Personalrats-Vorsitzender, Mitglied der IG Metall, Jugonostalgiker, Salonmarxist und Linkszionist.

Jörg-Peter Bayer (46, Kassel), Kassierer
Erwerbslos, Mitglied bei ver.di, Attac und verschiedenen Bürgerinitiativen, sozialbewegter und unverwüstlicher Optimist, Menschenfreund.

Martin Sehmisch (30, Kassel), Geschäftsführer
Freier Journalist, Mitglied der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, Freund der offenen Gesellschaft, Anhänger von Freiheit, Demokratie und Menschenrechten.



Der Beirat von Nordhessen Media

  • Ayse Gülec (Schlachthof Kassel)

  • Lutz Katzschner (Bund für Umwelt- und Naturschutz)

  • Herbert Lucan (Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck)

  • Horst Peter (MdB a.D., SPD)

  • Michael Rudolph (DGB Nordhessen)

  • Klaus Schaake (Herausgeber StadtZeit)

  • Frank Weißenborn (Freies Radio Kassel)



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Zentralachse schrieb:
11.02.2009, 18:32
ohne Titel
Ein Linksaußen-Angebot ist sicherlich das letzte, was der nordhessischen
Medienlandschaft bis heute gefehlt hat. Und wenn die Macher der „Nordhessischen“
diese Lehre aus der chronischen Erfolglosigkeit ihres Blattes mit ihrem
stufenweisen Niedergang nicht verstanden haben, dann sollen sie ruhig noch
weitere Mittel und Ressourcen in diese Totgeburt versenken. „Die Leute tun sich
aber schwer, aktiv zu werden, weil einfach eine Anlaufstelle fehlt“ – jemand,
der mit seinem Selbstbekenntnis als „Jugonostalgiker, Salonmarxist und
Linkszionist“ (invers würde man solche Menschen als Ewiggestrige bezeichnen)
zeigt, dass er sonst keine anderen Sorgen hat, ist sicherlich einer, an den man
sich gerne wendet, wenn man mit dem lokalen Presseangebot unzufrieden ist.
Auf diesen Beitrag antworten
Moscha Pijade schrieb:
11.02.2009, 20:45
Re: linksaußen?
... schon eigenartig, dass ein Projekt als linksaußen denunziert wird, bei dem
sich sich neben einem Freund der offenen Geselschaft, einem Liberalen und
Grünen, einem Menschenfreund und Optimisten auch einer tummelt, der sich als
judenfreundlicher Solonmarxist (was auch immer genau darunter zu verstehen ist)
und "Titoist" sieht - alles drei Kategorien, die in vergangenen Zeiten dafür
reichten als Agent des Kapitals diffamiert zu werden.
Auf diesen Beitrag antworten
Zentralachse schrieb:
12.02.2009, 5:35
Re: ohne Titel
Na Herr Dröge, verstecken Sie sich mal wieder hinter besonderen Pseudonymen, die
exklusive Bildungsbeflissenheit vortäuschen sollen? Zwischen Selbstwahrnehmung
und tatsächlichen Handeln klafft oft ein tiefer breiter Graben. Und wenn man
sich die unter dieser Adresse laufenden Artikel näher betrachtet, dann weiß doch
jeder woran er hier ist. Tendenziell links wäre da noch sehr geschönt. Oder
wollen Sie sich mir als Bürgerlichen vorstellen??? „Freund der offenen
Gesellschaft“ – das ich nicht lache! Lesen Sie sich mal den Artikel über die
Dudeks durch, einem vollkommen unbescholtenen Lehrerehepaar. Mal abgesehen
davon, dass Googeln keine journalistische Leistung ist, zeigt die Einordnung der
Dudeks in eine Kategorie mit gewalttätigen Extremisten sehr deutlich, wes
Geistes Kind sich hier herumtreibt. Ach ja, und dann sitzt da ja noch Horst
Peter im Beirat. Also, wenn ich mir den jetzt auch noch vorknöpfe, sprengt das
jeden Rahmen.
Auf diesen Beitrag antworten
Robert Bienert schrieb:
12.02.2009, 11:47
Diskussionskultur
Zentralachse, reißen sie sich am Riemen! Ihre hohe Meinung über Nordhessische.de
bzw. Nordhessen Media in allen Ehren, aber hier wird niemand beleidigt ("Herr
Dröge") noch sich jemand "vorgeknöpft". Auch die Meinungsfreiheit hat ihre
Grenzen und wenn sie hier weiterhin mitdiskutieren möchten, dann respektieren
sie bitte diese Grenzen! Ich hoffe, dass wir uns verstanden haben.
Auf diesen Beitrag antworten
Zentralachse schrieb:
24.02.2009, 15:43
Re: ohne Titel
Sie haben vollkommen recht, Herr Bienert. Am meiner Stelle würde ich die
bisherige Friedhofsruhe in diesen Kommentarspalten meiner Diskussionskultur
jederzeit vorziehen.
Auf diesen Beitrag antworten
HessianNewsAmateur schrieb:
16.02.2009, 15:01
ENDLICH! !
Was die HNA im Printbereich und in ihrem Online Auftritt in den letzten Jahren
abliefert, lässt einem halbwegs gebildeten und mit einigermaßen Anspruch
ausgestattetem Bürger wirklich einen Schauer über den Rücken laufen. Fehlt nicht
mehr viel zu dem anderen Blatt aus gleichem Hause, dem Extra Tip. Welches
Bürgerbild haben die Macher der HNA bloss vor Augen, wenn sie täglich ihre
Zeitung bzw. den Onlineauftritt konzipieren? Vermutlich das, das auch die
Bildzeitung zu ihrem Zielobjekt auserkoren hat. Wer solche Arbeit abliefert, der
muss sich nicht wundern, dass früher oder später Konkurrenz auf dem Plan steht.
Für ihr mutiges Vorhaben wünsche ich alles Gute und viel Erfolg!
Auf diesen Beitrag antworten
Klaus Schotte schrieb:
20.02.2009, 21:44
Mitmachen und Vorurteile überwinden
Sicher ist das neue Medienprojekt anspruchsvoll. Es kann gelingen, wenn
verschiedene Menschen in Kassel ein paar Vorurteile bei Seite lassen und
mitmachen. Oder zumindest ein bißchen Werbung für nordhessische.de machen.
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Datum des Ausdrucks: 04.09.2010